Einfache Erklärung von Hochsensibilität

  • Hochsensibilität umschreibt ein Temperamentsmerkmal
  • Hochsensible verarbeiten Reize anders als Nicht-Hochsensible
  • Sie haben einerseits schwächer ausgebildete Wahrnehmungsfilter
  • Und andererseits ein empfindlicheres Nervensystem
  • Sie nehmen mehr Informationen auf
  • Sie können leicht an einer Überstimulation leiden


Eine etwas ausführlichere Erklärung von Hochsensibilität

Der Begriff Hochsensibilität, kurz HSP, umschreibt ein Temperamentsmerkmal. Hochsensible Menschen verarbeiten Informationen/Reize anders. Sie verarbeiten aufgenommene Reize tiefer. Es ist nicht so, dass HSP besser funktionierende Sinnesorgane haben als Nicht-HSP, sondern ihr Gehirn verarbeitet wahrgenommene Informationen auf eine tiefergehende Weise. Es wird angenommen, dass HSP aufgrund einer physiologischen Disposition ihres Nervensystems eine erhöhte Empfänglichkeit von Reizen haben. Diese erhöhte Empfänglichkeit von Reizen zeigt sich bei äusseren Reizen wie etwa Lärm und Gerüchen aber auch bei inneren Reizen, wie Stimmungen, Schmerzen, Gefühlen, Gedanken, Hunger und Durst. Sie haben einerseits schwächer ausgebildete Wahrnehmungsfilter und andererseits ein empfindlicheres Nervensystem als Nicht-Hochsensible. Durch ihre Reizoffenheit nehmen HSP mehr Informationen von innen und aussen auf. Und durch die tiefere Verarbeitung der aufgenommenen Reize, braucht das Gehirn von HSP viel mehr Energie als jenes von nicht hochsensiblen Menschen. Aus diesem Grund, brauchen viele HSP öfter Erholungspausen. Das Nervensystem von HSP ist generell leichter erregbar, deshalb können sie leicht an einer Überstimmulation leiden und brauchen deshalb oft mehr Rückzugsmöglichkeiten und Pausen.

Die amerikanische Psychotherapeutin Elaine N. Aron definierte den Begriff als, "Sensory Processing sensitivity" oder auch als "Highly Sensitive Person". Dies kann übersetzt werden als, hohe sensorische Verarbeitungssensitivität aber auch als Sensitivität für sensorische Verarbeitungsprozesse. Das in dieser Form definierte Temperamentsmerkmal geht somit weit darüber hinaus von ein bisschen empfindlich oder sensibel zu sein. Grundsätzlich ist jeder Mensch mehr oder weniger sensibel aber nicht jeder ist hochsenitiv. Aron geht davon aus, dass ca. 15 bis 20% der Menschen hochsensibel sind. Wissenschaftlich gesehen ist das Merkmal Hochsensibel noch sehr jung und nicht klar definiert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es den Hochsensiblen nicht gibt. Sie alle haben eine andere neurologische Verarbeitungsweise von Reizen und eine andere Reaktivität des Nervensystems als gemeinsame Grundlage. Wie sich das Individuum entwickelt, mit was für Eigenschaften ist aber sehr unterschiedlich.

In der Lerntherapie geht es um eine individuelle Begleitung, bei der die eigenen Ressourcen erkannt und gestärkt werden.



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